Wasser

Seit Kurzem pendele ich jeden Morgen zu meinem neuen Arbeitsplatz und habe eine Menge Zeit im Zug. Gestern habe ich mir am Bahnhof eine Zeitschrift mitgenommen, um Langerweile vorzubeugen, und einen sehr interessanten Artikel entdeckt: „Wie viel ist genug?“. Wie viel Energie, Wasser, Fleisch, Plastik, Reisen und Platz ist genug? Das ist ein wichtiges Thema, finde ich. Darüber kann man schon einmal nachdenken. Und beim Nachdenken ist mir ein weiterer Gedanke gekommen: Elektrizität, fließendes Wasser, Kopfschmerztabletten, das ist für uns alles selbstverständlich. Dabei gibt es viele Menschen auf der Welt, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben oder abends, nach einem anstrengenden Arbeitstag, nicht unter eine heiße Dusche steigen können. Eine Faktensammlung.

Täglicher Wasserverbrauch DeutschlandWir in Deutschland verbrauchen ungefähr 121 Liter Wasser am Tag pro Person. Davon gehen 27 Prozent für die Toilettenspülung drauf und vier Prozent für’s Essen und Trinken. Menschen in Afrika verbrauchen 20 Liter Wasser am Tag. Aber nicht, weil sie sehr sparsam sind, sondern weil ihnen nicht mehr Wasser zur Verfügung steht.

Ohne Wasser sind wir aufgeschmissen: Es könnte keine Landwirtschaft (die übrigens 85 Prozent der Wasservorräte verbraucht) betrieben werden. Die Ernten würden ausfallen und Hungersnöte entstehen. Ohne Wasser könnten wir uns nicht mehr waschen, viele Menschen würden an Cholera und Typhus erkranken. Ohne sauberes Trinkwasser müssten wir verseuchtes Wasser trinken, um nicht zu verdursten. Viele von uns hätten keine Arbeit mehr, weil, wie die UNESCO jetzt herausgefunden hat, drei Viertel der Arbeitsplätze von Wasser abhängig sind.

Trinkwasserversorgung Welt
Quelle und Rechte: UNICEF

Wusstet ihr, dass rund 786 Millionen Menschen auf der Welt keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben? Von der afrikanischen Bevölkerung sind es ganze 40 Prozent. Alle acht Sekunden stirbt ein Kind, weil es verseuchtes Wasser getrunken hat.

Eigentlich könnten alle Menschen auf der Erde mit genug Süßwasser versorgt werden, würden die Versorgungswege in den Entwicklungsländern ausreichend gefördert und kein Wasser verschwendet werden. Für einen Kilo Rindfleisch werden bis zu 15.000 Liter Wasser verbraucht (!!) und für eine Tomate aus Spanien 13 Liter. Würden mehr Menschen regional und saisonal einkaufen, und weniger Fleisch essen, könnte viel Wasser in der Produktion von Lebensmitteln eingespart werden.

Eine andere Ursache für die globale Wasserknappheit ist der Klimawandel. Viele Gebiete der Erde trocknen aus, weil die Temperaturen steigen. Was können wir dagegen tun? Energie sparen! Zum Beispiel, indem wir nicht mehr so oft und nicht mehr so warm duschen (das Wasser muss dann nicht extra erwärmt werden). Wenn ihr einen Garten habt, kauft euch eine Regenwasserdusche. Damit könnt ihr solange duschen, bis das Wasser alle ist, und ihr hättet trotzdem Wasser und Energie gespart. Das schont das Klima UND den Geldbeutel. Jackpot.


Quellen: UNESCO, Statista.de, Institute Water for Africa, Deutscher Caritasverband, Welthungerhilfe, Focus Online, virtuelles-wasser.de, UNICEF

2 Gedanken zu “Wasser

  1. […] Wenn ich an mein erstes Blog-Jahr zurückdenke, fallen mir viele Themen ein, die ich gerne angesprochen hätte. Mir ist es wichtig, neben Modeposts, Rezepten und Reiseberichten auf dem Blog auch einen Platz für politische, geschichtliche und informative Inhalte zu schaffen. Ein Versuch ist die Reihe „Wie viel ist genug?“. […]

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