Polyester, Baumwolle, Viscose & Co. – Was ist das eigentlich, was wir anziehen?

Na, schon mal eine Hose aus Hanffasern angehabt? Oder ein T-Shirt, das aus Soja besteht? Oder eine Jacke, die mit Bambusfasern gefüttert ist? Nein!? Ich auch nicht. Dabei liegt nachhaltige Mode voll im Trend. Warum? Dazu kommen wir noch. In jedem Fall wird Kleidung heute aus vielen verschiedenen Materialien hergestellt. Unter Baumwolle kann ich mir ja etwas vorstellen, aber was genau ist Polyester? Ich habe mal ein bisschen recherchiert um herauszufinden, was wir da eigentlich anziehen.

Erst einmal ist es wichtig zu wissen, dass die Grundlage von Stoffen Fasern sind. Aus den Fasern entsteht der Faden, daraus das Gewebe usw. Jede Faser wird einer bestimmten Faserart zugeordnet.
Naturfasern stammen von Pflanzen (z.B. Baumwolle) oder Tieren (z.B. Wolle) und können sofort, ohne chemische Bearbeitung, für die Kleiderproduktion verwendet werden. Sie sind also 100 % natürlichen Ursprungs.
Chemiefasern werden synthetisch hergestellt. Allerdings kann als Basis durchaus ein natürlicher Rohstoff, wie Zellulose (aus Buchen- oder Pinienholz) genutzt werden. Diese Fasern heißen dann Regeneratfasern. Ansonsten bestehen Chemiefasern aus Polymeren. Und das ist, ganz simpel, Plastik. Die Basis für rein synthetisch hergestellte Fasern ist also Erdöl.

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Bevor ich ein Kleidungsstück kaufe, schaue ich genau, aus welchem Material es besteht. Zu Shirts, Kleidern und Pullovern aus Polyester greife ich selten, denn ich finde sie sind weniger angenehm zu tragen als Kleidung aus Viscose oder Baumwolle. Generell bin ich ein großer Fan von Naturfasern, vor allem Wolle, Kaschmir (leider meistens unbezahlbar) und Mohair haben es mir angetan. 🙂

Nun stellt sich die Frage: Wenn es doch so viele Materialien gibt, aus denen Kleidung hergestellt werden kann, warum forschen Wissenschaftler so fleißig an Alternativen? Stichwort: Nachhaltigkeit. Baumwolle und Erdöl werden langsam knapp, ohne Erdöl keine synthetischen Fasern. Dazu kommt unsere Sucht nach Abwechslung. Wir kaufen immer wieder neue Klamotten, trotz der Fülle unseres Kleidungsschrankes. Bei Primark kostet ein T-Shirt oft nur zwei Euro, weniger als ein Kaffee bei Starbucks. Kein Problem also, mehrere Male im Jahr im großen Stil shoppen zu gehen. Erwischt? Was mich ja mal interessieren würde: Wie lange dauert es, bis so ein günstiges T-Shirt kaputt geht? Von hervorragender Qualität kann es jedenfalls nicht sein. Kaputt, weggeschmissen, ein neues gekauft – so einfach ist das (was übrigens Fast Fashion genannt wird) mittlerweile.

🙋🏻🙋🏻🙋🏻 #sotrue #Primark #Primania

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Dadurch werden nicht nur Rohstoffe verschwendet. Es entsteht auch zu viel Müll. Deswegen gibt es viele Wissenschaftler, die nach alternativen, biologisch abbaubaren Stoffen forschen. Und Modefirmen, die beginnen, mit recycelten Materialien zu arbeiten. Leider ist nachhaltige Mode immer noch sehr teuer. Vor allem, wenn bei der Produktion auf faire Arbeitsbedingungen geachtet wird, die Näher/innen betreffend, beim Bezug der Rohstoffe und im Vertrieb.

Was wir tun können: Auf Qualität achten, weniger kaufen, weniger wegwerfen. Probiert doch mal, wie viele verschiedene Kombinationen sich mit der Hälfte eurer Klamotten zaubern lassen. Das Ergebnis wird euch bestimmt überraschen!

P.S.: Interessiert ihr euch für einen Beitrag über verschiedene Labels, die ihre Mode nicht nur nachhaltig, sondern auch fair und regional produzieren? Liebste Grüße, Katinka 🙂

 


Quellen: edlerzwirn.com, zalando.de, werdenfelser-schafwolle.de, wikipedia.org, vossberg.de, textilie.com, stoff4you.de, masshemden-muenchen.de, burdastyle.de, moms-blog.de, dormando.de

5 Gedanken zu “Polyester, Baumwolle, Viscose & Co. – Was ist das eigentlich, was wir anziehen?

  1. […] 3. Privater Kleiderkreisel. Beim Ausmisten eures Kleiderschrankes habt ihr mindestens zwanzig gute Stücke gefunden, die ihr nicht mehr anzieht, aber auch nicht in fremde Hände geben wollt? Kein Problem, ladet doch einfach eure besten Freunde ein und veranstaltet einen privaten Kleiderkreisel! Jeder bringt aussortierte Klamotten mit und dann wird fleißig getauscht und verschenkt. So fällt es leichter, sich von den nie getragenen Pullovern und Hosen zu trennen. Fast ein Drittel meiner Kleidungsstücke stammt aus dem Schrank einer lieben Freundin (an dieser Stelle vielen Dank an dich, Elli, die Bluse und die grauen Pullover sind der Hammer). Schließlich profitieren alle: von „neuen“ Lieblingsblusen, mehr Platz im Kleiderschrank und dem guten Gewissen, etwas für die Umwelt getan zu haben (wir schmeißen nämlich viel zu viel weg, mehr über Fast Fashion in diesem Beitrag). […]

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