Von Selbstliebe, Zweifeln und Schönheit

Vorsicht an alle: Heute wird es philosophisch. Nur, damit ihr mir nicht vorwerft, ich hätte euch nicht gewarnt. Dann können wir ja jetzt anfangen. 😉

Vor Kurzem habe ich einen Artikel zum Thema „Selbstliebe gegen Selbsthass“ auf dem Blog von Laura Eve gelesen. Ihr Text über Schönheitsideale, Nacktheit und Selbstbewusstsein hat mich nachdenklich gemacht. Liebe Laura, du hast zu einer Blogparade aufgerufen, hier ist mein Beitrag. 🙂

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Selbstliebe ist ein Thema, das vor allem viele junge Menschen heute beschäftigt. Wundert mich ehrlich gesagt gar nicht. Wer erwachsen wird, orientiert sich stark an den Idealen seiner Gesellschaft, um in dieser einen eigenen Platz zu finden. Oft folgt Unzufriedenheit, weil wir denken nicht klug, schlank, schön und interessant genug zu sein. Jugendliche sind sehr kritisch gegenüber sich selbst. Was erst einmal nichts Schlechtes ist, schließlich bedeutet kritisch sein Dinge zu hinterfragen, sich Fehler einzugestehen und aus ihnen zu lernen. Angebrachte Kritik führt in vielen Fällen zu Fortschritt.

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Wir selbst sind unsere größten Kritiker. Sicher fällt es nicht nur mir schwer, den eigenen Anforderungen zu genügen. Und als ob das nicht anstrengend genug wäre, will ich auch die Erwartungen meiner Eltern und Freunde nicht enttäuschen. Ich beginne, an mir zu zweifeln. Schaffe ich mein Studium? Bin ich hübsch genug? Warum hatte ich noch nie eine richtige Beziehung? Benehme ich mich unseren Idealen entsprechend oder bin ich zu albern, ernst, verrückt? Zweifel treiben mich in den Wahnsinn. Sie gaukeln mir vor, nicht dazuzugehören. Ein schlechter Mensch zu sein. Selbstliebe nicht verdient zu haben. Die gute Nachricht ist: Wir können Zweifel verjagen, indem wir gute Erfahrungen machen. Erfolg haben und Ziele erreichen. Uns selbst sagen: „Das habe ich (vielleicht sogar ganz allein) geschafft. Nicht obwohl ich so bin wie ich bin, sondern gerade weil ich so bin ich wie bin“.

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An sich zu zweifeln und unsicher zu sein bedeutet nicht, sich selbst nicht zu lieben. Denn dann gäbe es keinen Menschen auf dieser Welt, der Selbstliebe je erfahren hat. Soweit meine Überlegungen. Aber was ist Selbstliebe überhaupt? Je länger ich darüber nachdenke, desto schwerer fällt es mir, zu antworten. Kann ein Mensch sich nur selbst lieben, wenn er sich so annimmt, wie er ist? Aber sich trotz allem kritisch gegenüberzustehen, und seine eigene Meinung zu hinterfragen, anderen zuzuhören und sie zu verstehen, auch das gehört für mich zur Selbstliebe. Sich selbst zu lieben hat etwas mit Liebe gegenüber anderen zu tun. Wenn wir unseren Mitmenschen Erfolge gönnen und uns mit ihnen freuen, anstatt destruktiv neidisch zu sein, uns nicht ständig miteinander vergleichen würden, fiele es uns doch viel leichter, zufrieden zu sein. Mit unserer Karriere, unserem Körper, unserem Besitz.

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Selbstliebe heißt für mich, dass ein Mensch sich so annimmt, wie er ist und sich trotzdem kritisch gegenübersteht, sich nicht grundlegend durch Ideale verunsichern lässt, seine eigene Meinung tatsächlich vertritt und sie gleichzeitig immer wieder hinterfragt. Ein Mensch, der sich in seiner Haut wohlfühlt, der manchmal zweifelt aber immer wieder zu sich zurückfindet, der weiß, was Zufriedenheit bedeutet, liebt sich selbst. (Schreibt mir gerne ich die Kommentare, ob das für euch irgendeinen Sinn ergibt 😉 ).

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„Für mich hat Selbstliebe viel mit nackter Haut und Selbstdarstellung zu tun. Denn jemand der sich selbst leiden kann, zeigt viel mehr von sich, als jemand der sich nicht leiden kann. Jemand der sich selbst negativ betrachtet, verhüllt und versteckt sich eher, vor allem vor den Blicken anderer. Also muss nackte Haut doch etwas Gutes sein. Es zeigt, dass man mit sich selbst so weit im Reinen ist, dass man sich etwas traut. Man strahlt einfach Selbstbewusstsein aus und wirkt auf seine Mitmenschen komplett anders“, schreibt Laura in ihrem Beitrag. Selbstbewusst zu sein ist in unserer Gesellschaft gar nicht so einfach, finde ich. Unser Aussehen spielt eben wirklich eine sehr große Rolle. In Modezeitschriften finden wir Anleitungen, wie sich „Makel“ besonders schnell und effektiv verdecken lassen; für manche ist es unangenehm, sich ungeschminkt zu zeigen. Wir haben uns an die retouchierten Gesichter auf den Plakatwänden gewöhnt, empfinden uns ohne Make Up als zu blass und unscheinbar. So ein Quatsch. Wer sich selbst liebt, findet sich auch ohne Make Up, nackt im Gesicht, wenn man so will, schön. Traut euch mal, selbstbewusst zu sein.

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9 Gedanken zu “Von Selbstliebe, Zweifeln und Schönheit

  1. Ein wirklich toller Beitrag und sehr schöner Text der zum nachdenken anregt 🙂 ! Ich habe selbst schon mal einen Blogpost über „Wie funktioniert das mit der Selbstliebe“ geschrieben und finde das Thema extrem zeitgemäß und wichtig. Man sollte sich viel mehr akzeptieren und nicht ständig verändern wollen – also damit meine ich für andere, wenn man es für sich selbst tut ist das etwas anderes 🙂 Sich zu vergleichen ist wohl normal aber man sollte es definitiv viel weniger machen, jeder Mensch ist individuell und nobody is perfect 🙂
    Das mit dem Make-up seh ich auch so, ich mag mich ohne zB auch, liegt vielleicht auch daran dass ich sowieso immer so wenig geschminkt bin (nur Puder und Wimperntusche), dass man den Unterschied auch nicht so merkt 🙂
    Ganz süße Bilder, die gefallen mir richtig gut 🙂 !
    Alles Liebe, Julia
    http://coffeejunkyjules.com

    Gefällt 2 Personen

    • Vielen, vielen Dank liebe Julia für die wunderbaren Komplimente und den langen Kommentar! „Nobody is perfect“ fasst es gut zusammen. 😉 Dass wir kleine Dinge an uns ändern wollen, weil sie uns nicht gefallen, ist, finde ich, ganz normal. Dann sollte es aber, wie du schon geschrieben hast, aus eigenem Antrieb passieren. Ideale sind schließlich auch vergänglich. 😉
      P.S.: Bin ich froh, dass Dir die Bilder gefallen, danke Süße. :*

      Gefällt 1 Person

  2. Sehr schön geschrieben 🙂 die goldene Mitte ist mal wieder das Beste…
    Ich habe jetzt ca. 20 mal angefangen einen Text zu schreiben, bis ich gemerkt habe, dass ich eigentlich nur versuche das Gleiche zu sagen wie du 🙈 Ist sehr schwierig über das Thema zu schreiben finde ich, aber du hast es ja sehr gut hingekriegt 😉

    Gefällt 2 Personen

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