Gedanken zu: Entscheidungen.

Das Schreiben um Mitternacht wird noch zu einer richtigen Tradition. Vier Minuten nach zwölf Uhr ist es jetzt – guten Morgen! Heute soll es um Entscheidungen gehen.

Entscheidungen sind ein leidiges Thema, sie fallen uns schwer. Entweder es gibt zu viele Möglichkeiten – wie in einem Restaurant, auf dessen Speisekarte über hundert verschiedene Gerichte angeboten werden, von denen wir die Hälfte gern bestellen würden. Oder wir haben Angst, die falsche Entscheidung zu treffen. Dabei gibt es oft kein richtig oder falsch. Gedanke und Gefühl spielen uns einen Streich, wollen jeweils das Gegenteil vom Anderen. Ich nenne es jetzt einfach mal das Bauch-Kopf-Dilemma.

Wer hat Recht, Bauch oder Kopf? Gefühl oder Verstand? Die Vernunft jedenfalls meistens nicht. Besser wäre es, wenn Bauch und Kopf zusammenarbeiten würden.

Entscheidungen treffen wir tagtäglich, ohne sie recht wahrzunehmen. Jede Entscheidung verändert unseren Tagesablauf, den von anderen aber auch. Denkt ihr bewusst über eure Entscheidungen nach, oder handelt ihr einfach, ohne an die Konsequenzen zu denken? Menschen, die mit so einer Leichtigkeit durch’s Leben gehen, bewundere ich. Ab und zu darüber nachzudenken, was meine Entscheidungen bewirken könnten, ist aber auch nicht schlecht. Denn jeder, der sich für etwas entscheidet, trägt Verantwortung.

Lasse ich die Flüchtlinge über die Grenze oder schließe ich sie aus? Gehe ich heute zur Uni oder bleibe ich im Bett? Nehme ich den besser bezahlten Job an oder kümmere ich mich ab jetzt mehr um meine Familie? Wir sollten keine Angst vor Entscheidungen haben, so schwerwiegend sie auch sein mögen. Im Zweifelsfall (wortwörtlich) gibt es immer Menschen, die helfen. Das Richtige zu tun. Obwohl es das gar nicht gibt. So, jetzt hab‘ ich euch genug verwirrt. Nur eins noch: Vernünftig zu sein ist nicht immer der beste Weg, eine Entscheidung zu treffen. Empathie und das Wissen darüber, was einem gut tut, schon. Bis bald mal. 🙂 xx Katinka

9 Gedanken zu “Gedanken zu: Entscheidungen.

  1. Liebe Hannah,
    das ist doch ein spannendes Gedankenexperiment: Was passiert, wenn JEDER seine emotionale Seite für Entscheidungen favorisiert – Politiker, Speisekartenleser, Liebende, Vorgesetzte, Autoren, Börsianer, Lehrer, Eltern, Freunde … ???
    Wahrscheinlich ein rationales Chaos.
    Aber vielleicht ginge es uns allen besser? Rein emotional.
    Und was entscheidet, ob es uns besser geht – Ratio oder Emotion?
    Oh – HILFE – schon wieder eine Entscheidung

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    • Sehr interessanter Ansatz! Darueber muss ich erst mal nachdenken. Auch bei Entscheidungen, die emotional getroffen werden, kann nicht nur unser Wohlbefinden eine Rolle spielen. Die Kunst ist es, eine Art Kompromiss zu finden: Zwischen dem, was wir wollen, dem was uns gut tut und dem, wovon unsere Mitmenschen nicht belastet werden.

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  2. Bei allem Respekt vor emotionaler Empathie – WAS, wenn nicht nicht das eigene Wohlbefinden, spielt bei emotionalen Entscheidungen eine Rolle? Die Gefühle anderer kann man nur ahnen. Bei sehr nahen Menschen wahrscheinlich relativ sicher vorhersehen. Aber SICHER ist man sich doch nur bei den EIGENEN Gefühlen. Und auch wenn es egoistisch klingt – emotionale Entscheidungen trifft man IMMER zuallererst für sich. Das Schwierige ist nur, dass unser Sozialverhalten vor allem rational geregelt ist. Jedenfalls dann, wenn es um mehr als zwei Menschen geht.
    Ein klassisches Dilemma.

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  3. Ich verstehe, was du meinst und bin deiner Meinung. Was ich mit meinem Kommentar meinte, war auch nicht, dass unser Wohlbefinden NICHT die erste Rolle spielen sollte, sondern das es wichtig ist, die anderen im Blick zu haben. So aus dem Augenwinkel. 😉 emotionale entscheidungen zu allererst fuer sich zu treffen klingt uebrigens nicht egoistisch, lieber Matze, ist einfach so. Ich danke dir sehr fuer deine ehrlichen Kommentare!!

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  4. „die anderen im Blick zu haben. So aus dem Augenwinkel.“ – Das ist die Hohe Schule der emotionalen Intelligenz.
    Jede,noch so „egoistisch“ erscheinende, Entscheidung betrifft früher oder später auch andere direkt. Weil wir niemals allein sind. ZUM GLÜCK

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