Von Faulheit, Perfektionismus und Ehrgeiz (außerdem: 6 Tipps für gelungene Selbstmotivation)

So, ich werde jetzt aufstehen, einen Tee trinken und dann geht’s ran an die Arbeit. Ich habe wirklich viel zu tun. Literaturbericht für das Außenpolitik-Seminar, annotierte Bibliografie für Ethnologie und vor allem Grammatik und Vokabeln der nächsten Arabisch-Lektion lernen. Also, los jetzt.
Aber der Regen trommelt gerade so schön auf’s Dach und es ist sooo gemütlich im warmen, weichen Bett … Hat ja super geklappt mit der Selbstmotivation. Aufgestanden bin ich nur, um mir drei (bis acht) Stückchen Schokolade zu holen. Eigentlich bin ich auch viel zu kaputt, um irgendwas zu machen. Nur noch ein halbes Stündchen ausruhen … Ups, eingeschlafen. Schon 14 Uhr?!

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Blick aus meinem Fenster

Oh man, es ist wieder einer dieser Tage. Ich schaffe nichts, kein einziger Punkt der To Do-Liste wird abgehakt. Stattdessen liege ich wahlweise in der Badewanne, auf dem Sofa oder im Bett, schaue Fernsehen, koche etwas oder sortiere meinen Kleiderschrank neu. Ich probiere eine Maske aus Kaffeesatz aus (wirkt! und rieeecht gut), lackiere mir die Fingernägel oder sitze einfach nur da und genieße das Nichts-Tun. Ohne das geringste Anzeichen eines schlechten Gewissens. Schließlich will ich mein Leben auch genießen.
Das hier ist für alle, die einfach immer gestresst sind: Macht euch mal locker. Ambitioniert zu arbeiten ist toll, aber es zu übertreiben bringt keinem was. Früher wollte ich (es war einmal, als ich noch zur Schule ging … kommt mir vor wie ein anderes Leben) immer alles perfekt machen. Ich war sehr ehrgeizig (verbissen trifft es auch ganz gut). Und habe mir das Leben dadurch unnötig schwer gemacht. Die Welt dreht sich nicht nur um Noten, eure Leistung oder die Meinung anderer über euch.

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Drinnen ist’s am gemütlichsten, wenn’s draußen stürmt und regnet.

Hat ganz schön lange gedauert, bis ich das begriffen habe, aber immerhin habe ich es begriffen. 😉 Das heißt aber nicht, dass  ich mich ab jetzt nur noch dem Nichts-Tun hingeben werde (auch, wenn es anfangs sehr verlockend klingt – nach einer gewissen Zeit denke ich immer, ich müsste vor Langeweile sterben). Außerdem wird es erst recht stressig, wenn die To Do-Liste nach zwei faulen Tagen innerhalb von drei Stunden abgearbeitet werden muss. Die Lösung: Zeit einteilen. Im Idealfall erst die Arbeit erledigen und dann, ohne schlechtes Gewissen, richtig faul sein. Wer einfach keine Lust hat oder lieber vorher chillen (sagt man das noch?) will, sich danach aber nicht aufraffen kann – hier ein paar Motivationstipps:

1 Tut es für euch. Macht euch klar, warum ihr die Aufgaben erledigen solltet. Erkennt, welchen Sinn das Ganze für euch hat. Arabisch-Vokabeln lernen? Anstrengend und sehr zeitaufwendig. Aber schließlich will ich die Sprache später einmal sprechen können. Eine bessere Motivation gibt es eigentlich nicht.

2 Wenn, dann setzt euch lieber mehrere kleine Ziele. So werden die Fortschritte, die ihr macht, schneller sichtbar. Nach jedem erreichten Ziel eine kleine Pause zur Belohnung einschieben.

3 Belohnung ist überhaupt das Stichwort. Alles geschafft? Erst einmal selbst loben. Dann ab mit der besten Freundin / dem besten Freund ins Kino, einen leckeren Kaffee trinken gehen oder Filmnacht auf der Couch veranstalten. Mit viel Popcorn.

4 Listen schreiben, um den Überblick zu behalten. Und für das befriedigende Gefühl, nach getaner Arbeit einzelne Punkte durchzustreichen.

5 Deadline setzen. Manche Menschen können effektiver abeiten, wenn sie wissen, dass bald alles erledigt sein soll. Ein bisschen Zeitdruck ist also okay. Aber übertreibt es nicht!

6 Damit, wenn schon motiviert, die Konzentration nicht nachlässt: Ablenkungen eliminieren. Ja, genau, Handy aus- oder wenigstens den Flugmodus einschalten. Wirkt Wunder.

Und zum Schluss: Es macht überhaupt nichts, wenn das Ergebnis mal nicht perfekt ist. Oder ihr nicht hundertprozentig zufrieden seid. Ich bin eigentlich nie zufrieden. Mit diesem Blogbeitrag zum Beispiel auch nicht.

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Weniger am Gefühl festklammern, nicht gut genug zu sein, mehr locker lassen und die Welt im eigenen Tempo erobern. 😉

Es gibt immer etwas zu verbessern. Aber ich bezweifle, dass wir das Optimum, so wie wir es uns vorstellen, überhaupt erreichen können. Deswegen ist Perfektionismus auch so anstrengend. Ich werde in der nächsten Zeit versuchen, öfter locker zu lassen und (zum Beispiel durch übermäßigen Ehrgeiz) nicht den Spaß an der Sache zu verlieren. Mal sehen ob’s klappt. 😉 Wer macht mit?

Ein schönes restliches Wochenende wünsche ich euch! xx Katinka

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