Tschüss Tollpatschigkeit | Kolumne

Autsch. Das hat wehgetan. Ich sitze, nein, liege auf dem Boden einer Zugtoilette. Mein Rucksack unter, der Koffer über mir. Wäre mein Papi nicht gewesen, läge ich wahrscheinlich immer noch dort. Vier neue blaue Flecken auf einmal, das ist fast ein neuer Rekord (und einer ist so groß wie eine Untertasse)! Was ist passiert? Ich hatte mich während der Fahrt an die Toilettentür gelehnt und als es im Zug einen Ruck gab, ausversehen mit meinem Ellenbogen die Türklinke hinuntergedrückt. An den Sturz kann ich mich nicht mehr erinnern. Aber gut an den Moment, als ich auf dem Weg zur nächsten Univeranstaltung vor ein Straßenschild lief. Ich hatte Hunger und den Blick fest auf die Fenster der Mensa geheftet. Zum Glück war es schon dunkel.
Wenn ihr auch ein kleiner Tollpatsch seid, oder lieber träumt, als auf den Weg zu achten (oder beides), ist es ein großer Vorteil, wenn ihr über euch selbst lachen könnt.
Stolpern: Gerne auch mehrmals an der selben Stelle, wahlweise über kleine Löcher im Asphalt, über einen Bordstein oder Lücken im Pflaster. Straßenbahnfahren: Ich stehe extra eine Haltestelle früher auf (Bahn steht noch), da verliere ich das Gleichgewicht (Bahn fährt los). Bei dem Versuch, mich irgendwo festzuhalten, erwische ich leider nicht den Sitz, sondern die Frau, die drauf sitzt. Tut mir so leid!!

Liebe Tollpatschigkeit,
du nervst. Und du bist mir peinlich. Aber durch dich habe ich auch gelernt, mich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Dass ich über mich selbst lachen kann, macht das Leben leichter. Trotzdem wäre es schön, wenn du hin und wieder etwas Nachsehen mit mir hättest. Zum Beispiel, wenn ich gaaanz leise sein möchte, mir dann aber der Klodeckel mit einem gewaltigen wumms herunterfällt. Oder wenn mir mal wieder die Flasche mit dem Olivenöl aus der Hand rutscht (nichts passiert, noch mal Glück gehabt). Hiermit möchte ich mich für längere Zeit von dir verabschieden. Tschüss, Tollpatschigkeit.