Von Schokolade, Nervenzusammenbrüchen und Kopfschmerzen | Fastenzeit

Mein Papa und ich, wir haben einen Deal. Der mich vorraussichtlich nicht nur meiner Nerven, sondern auch der guten Laune und des Genusses berauben wird. Wir fasten Süßigkeiten. Eine Woche lang. Keine Milchschokolade, kein Eis, keine Gummibärchen und keine Schokorosinen. Keine Bonbons. Keine Muffins. Einzige Ausnahme: Bitterschokolade. Drei kleine Stückchen am Tag sind erlaubt. Wir wollen schließlich keinen Nervenzusammenbruch provozieren. (Meinerseits. Ich gebe auch zu, dass ich diese Bedingung aufgestellt habe. Nicht umsonst heißt es: erst denken, dann reden. Ich musste meine ganz tolle Idee natürlich sofort herausposaunen. „Komm Papi, wir fasten Süßigkeiten.“ Großartig.) Das kann ja nicht so schwer sein, denkt ihr jetzt. Eine Woche. Ha! Das sitzt sie doch mit einer Pobacke ab. Nicht. Schokolade ist mein Nervenfutter. Mit Haselnüssen, als Brotaufstrich, gefüllt, heiß oder kalt als Getränk, ich liebe Schokolade nicht nur, ich brauche sie. Drei Stückchen (chen!! chen!!!) am Tag sind echt eine Anfechtung. Aber: Ich halte durch. Hoffentlich. Und wenn ich eine Woche schaffe, dann schaffe ich auch zwei. Oder zumindest eineinhalb. 😉 Noch nie in meinem Leben habe ich eine längere Zeit auf irgendetwas bewusst und freiwillig verzichtet. Außer auf Drogen vielleicht (Zigaretten, und alles, was man sonst so rauchen kann, inbegriffen). Während manche meiner Freundinnen in der Fastenzeit auf Süßes verzichteten, habe ich ihnen schadenfreudig etwas vorgegessen. Ganz schön fies. Aber schließlich wollten sie ja verzichten. 😀 Wie ich jetzt. Oje, worauf habe ich mich da nur eingelassen.

Weniger Zucker kann jedenfalls nicht schaden – im Gegenteil. Zucker wird, bei übermäßigem Verzehr, gefährlich. Sowohl für unsere körperliche, als auch unsere geistige Gesundheit (viel zu viel Zucker = Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck). Nur, wie viel genau ist übermäßig? Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt 25 Gramm Zucker pro Tag. Das sind ungefähr sechs Teelöffel. Für Menschen, die sich ausgewogen ernähren, regelmäßig bewegen und nicht übergewichtig sind, gehen 50 Gramm Zucker auch in Ordnung. Übrigens schließt die maximale Zucker-Tagesdosis auch zugesetzten Fruchtzucker (Fructose) und Traubenzucker (Glucose) mit ein. Jetzt bin ich neugierig: Wie viel Zucker esse ich wohl normalerweise am Tag? Mhh, also gehen wir das mal durch: Morgens gibt’s zwei Scheiben Vollkornbrot, mit Nutella (17 Gramm Zucker). Zwischendurch mal ein Glas Apfelsaft (ca. 8 Gramm Zucker) und vier Stück Milchschokolade (9 Gramm Zucker). Macht schon 34 Gramm. Hui.

Jegliche Art von Zucker gehört zu den sogenannten „schnellen Kohlenhydraten“. Die werden, im Darm angekommen, in kurzer Zeit von Enzymen zerlegt. Dann landen sie in unseren Blutbahnen. Der Blutzuckerspiegel steigt → Insulin wird ausgeschüttet → der Blutzuckerspiegel sinkt. Und zwar (zu) schnell. Das kann zum Beispiel Kopfschmerzen, eine geringere Konzentrationsfähigkeit, Angst oder Müdigkeit auslösen. Und was machen wir, damit es uns wieder besser geht? Richtig, noch mehr schnelle Kohlenhydrate essen. Nachhaltig bringt das natürlich gar nix. Der übermäßige Zucker wird durch das Insulin dann in Fett umgewandelt. Hallo, Schwimmringe!

In der nächsten Woche werde ich mal nach alternativen Süßigkeiten Ausschau halten. Habt ihr ein paar Ideen? Und wer von euch fastet ebenfalls in der Zeit vor Ostern (oder hat es sich zumindest vorgenommen)?

Grüße ♥ Katinka

P.S.: Die Infos über schnelle Kohlenhydrate hab‘ ich mir natürlich nicht ausgedacht. Sie stammen aus dem (Koch-)Buch Ehrlich, Herrlich, Köstlich, das ich euch schon in diesem Beitrag vorgestellt habe. Für alle, die noch nicht wissen, was sie heute Abend essen sollen (oder Probleme mit ihrem Blutzuckerspiegel haben, passend zum Thema 😉 ):

 

P.P.S.: Da dieser Beitrag schon vorgestern entstanden ist, gibt’s hier den ersten Eintrag ins „Süßigkeitenfasten-Mission Impossible-Logbuch“: Habe bis jetzt (17 Uhr) mit zwei kleinen Schokostückchen ausgehalten. Energie war kurzzeitig im Keller. Eine Runde Joggen an der frischen Luft und ein Espresso haben meinen Kreislauf wieder stabilisiert und für gute Laune trotz Zuckerentzug gesorgt. 😉