Vom Abschied nehmen und finsteren Tagen | Fotostrecke

Na, auch schon drei Kilo Eis gegessen, den Regen- zum Sonnenschirm umfunktioniert und auf der Suche nach bezahlbaren Mini-Ventilatoren die Hoffnung aufgegeben? Das Wetter ist so prächtig, dass es schon fast wehtut (wortwörtlich: vergesst bloß nicht, euch einzucremen – käsig weiß zu bleiben ist eindeutig weniger schmerzhaft als Sonnenbrand – weiß ich seit gestern). Mit dem Stand der Sonne steigt die Laune aber leider auch die Gefahr, dass mein Kreislauf kollabiert. Und deswegen sitze ich jetzt in meinem abgedunkelten Zimmer und mache Pause. Vom lernen, lesen und studieren.

Es gibt ruhige, verrückte und philosophische, anstrengende, glückliche, langweilige und voll krasse Tage. Und manche, an die man nie mehr denken möchte. Das sind die finsteren Tage. Die, verdrängt und praktisch eingebrannt in unsere Erinnerung, wie kleine Schwarze Löcher alles aufsaugen, wenn sie an die Oberfläche treten. Bis nur noch dieses eine Gefühl übrig bleibt. Nämlich genau das vom finsteren Tag, was wieder zu erleben unaushaltbar scheint.

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Abschied

Wie hab ich das gefühlt was Abschied heißt.
Wie weiß ichs noch: ein dunkles unverwundnes
grausames Etwas, das ein Schönverbundnes
noch einmal zeigt und hinhält und zerreißt.

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Wie war ich ohne Wehr, dem zuzuschauen,
das, da es mich, mich rufend, gehen ließ,
zurückblieb, so als wärens alle Frauen
und dennoch klein und weiß und nichts als dies:

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Ein Winken, schon nicht mehr auf mich bezogen,
ein leise Weiterwinkendes – , schon kaum
erklärbar mehr: vielleicht ein Pflaumenbaum,
von dem ein Kuckuck hastig abgeflogen.

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Rainer Maria Rilke

4 Gedanken zu “Vom Abschied nehmen und finsteren Tagen | Fotostrecke

  1. Ach Hannah,
    DIESER Rilke ist was für Nieselregentage unter der Steilküste am Dornbusch im November.
    Und erst ab ü 70…
    Es gibt Sonnentage am Kanal in Plagwitz und einen Strohhalm im Caipi und auch neben der Wartburg noch Platz auf der Speicherkarte für den Kohlweißling oder andere Schmetterlinge im Bauch.
    Aber die Bilder sind ne Wucht. Was Wunder…
    Dein Matze

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    • Ach Matze,
      DIESER Rilke gefällt mir besonders gut! Siehe Kommentar von Meike 😉
      Auf den Strohhalm im Caipi und die anderen Schmetterlinge freue ich mich ganz besonders.
      Bis ganz bald!

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