Mit der Gesamtsituation unzufrieden.

Seit zwei Stunden sitze ich jetzt hier, in der Bib (liothek, für alle nicht-Studierenden). Was dabei herausgekommen ist? Drei Sätze. WOW. Richtig guter Schnitt, wenn ich so weitermache, bin ich sicher bis Weihnachten mit der Hausarbeit fertig. Nur ist es dann leider zu spät. Also zack-zack, ich muss dringend einen Zahn zulegen. Oder zwei. Leider habe ich so überhaupt gar keine Ahnung, worüber ich schreiben, geschweige denn wie ich anfangen soll, obwohl ich mir das Thema selbst ausgesucht habe und schon eine Woche Texte über den arabischen Feminismus lese. Es macht einfach keinen Sinn, länger hier zu sitzen. Von dieser wunderbaren Lernatmosphäre kriege ich Kopfschmerzen (oder von der schlechten Luft, das nächste Mal setze ich mich wieder ans Fenster). Also ab nach Hause, zwei Liter Kaffee trinken (wieso lässt Kaffee eigentlich Müdigkeit verschwinden, Augenringe aber nicht? voll gemein) und die Gedanken sortieren. Am besten mit einer Liste, die eignet sich dafür hevorragend. Jetzt, auf dem Weg in die WG, überlege ich, ob es nicht sinnvoll wäre, mich vor einen Fahrradfahrer zu werfen. Die sind hier überall, und der Schaden wäre nicht allzu groß (ich würde mir selbstverständlich einen mit Helm aussuchen). Und vielleicht würde ich mir meine linke Hand brechen (wenn einer der Reifen drüberrollt) und ich müsste mich nicht (jedenfalls nicht sofort) durch diese verdammte Arbeit kämpfen. Andererseits müsste ich es später trotzdem tun, es wäre also aufgeschoben und nicht aufgehoben. Auch blöd. Die Hausarbeit mitten im Semester schreiben? Na, da sehe ich meinen Arsch Kaffee trinken (meine Familie übt einen schlechten Einfluss auf mich aus … dass ich das erst jetzt bemerke ist wohl auch kein gutes Zeichen). In der Straßenbahn wirft sich gerade ein kleiner Junge quengelnd in seinem Kinderwagen hin und her, der ist wohl auch mit der Gesamtsituation unzufrieden. Am liebsten würde ich jetzt ebenfalls in Tränen ausbrechen und zornig mit dem Fuß auf den Boden stampfen, aber das käme komisch. Ich bin schließlich erwachsen. Und Erwachsene stampfen nicht. Die essen Schokolade, trinken Kaffee und schluchzen nicht in aller Öffentlichkeit hemmunglos vor sich hin. Das machen die nur heimlich, zu Hause. Wenn Hausarbeiten-Schreiben so schnell ginge, wie Blogbeitrag-Schreiben, wäre ich schon vor drei Wochen fertig gewesen. Aber immer nur das zu machen, was einem leicht fällt, wäre ja total langweilig. Selbstbewusstseinsfördernd (gibt es dieses Wort? ich werde bald mal ein Neologismen-Lexikon veröffentlichen, angefangen zu sammeln hab‘ ich schon: chemikalienisch, fotogrativ, unterschokoladisiert, wobei ich zugeben muss – das letzte ist geklaut) entspannt und stimmungsaufhellend, aber totaaaal langweilig. An Herausforderungen hingegen wächst man (das ist auch so etwas, was nur Erwachsene sagen). Man wächst tatsächlich, in die Breite, was an der Schokolade liegt.

Puh, das musste raus. Ich widme mich dann mal wieder meiner Herausforderung, wir sehen uns (drei Kilo schwerer)! ♥ Katinka

P.S.: Ach ja, die Liste habe ich ja ganz vergessen! Punkt 1: Tief ein- und ausatmen. Punkt 2: Wenn ich jeden Tag drei Sätze schreibe, habe ich wenigstens etwas. Um das einzig Positive mal hervorzuheben. Punkt 3: Ich könnte mein Pensum jeden Tag steigern – erst drei, dann vier, dann fünf Sätze und so weiter. Das könnte sogar klappen. Punkt 4: Punkt 3 ist eine schwachsinnige Idee. Aber besser eine schwachsinnige Idee, als gar keine. Punkt 5: Sich viel Zeit zu nehmen ist sinnvoll. Das mache ich jetzt einfach. Dann brauche ich eben länger als sonst. Na und? Punkt 6: Das Koffein rauscht durch meine Adern – fühlt sich klasse an. Weiter geht’s, den Moment ausnutzen.

5 Gedanken zu “Mit der Gesamtsituation unzufrieden.

  1. Erwachsenen, die nicht stampfen, ist sicher grad die Leidenschaft abhanden gekommen …
    Und
    Punkt 2 ist unter Umständen zielführend, lieber 3 knackige Sätze pro Tag als tonnenweise Beifang.
    Und
    Der dritte Satz fällt mir grad nicht ein, ich geh mal zu meiner (blonden) WG.
    Bueno notte

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  2. Geht mir gerade ähnlich, die erste Arbeit war irgendwie ratzbatz abgehakt, für die jetzt brauch ich Jaaaaahre..
    Aber es ist auch noch genüüügend Zeit (sag ich mir zumindest 😀 ) Kriegen wir hin!

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