Ein Jahresrückblick ✩ wieso, weshalb, warum? | Adventskalender Türchen 11

Morven „Verweile nicht in der Vergangenheit, träume nicht von der Zukunft. Konzentriere dich auf den gegenwärtigen Moment.“ (Buddha)
Durchaus weise Worte, die man immer wieder irgendwo in abgewandelter Form hört oder liest. „Lebe im Hier und Jetzt“; „Konzentriere dich auf den Augenblick“ (Dieses Türchen ist gespickt mit Sprüchen und Zitaten, ihr seid vorgewarnt). Das ist schon richtig. Wir machen alle Fehler, erfahren Enttäuschungen, empfinden Schmerz. Aber: „Everything is temporary.“ Nichts hält für immer. Das kann einerseits unfassbar traurig, aber eben auch unglaublich befreiend sein. Wir lernen aus unseren Fehlern, akzeptieren Enttäuschungen, überwinden den Schmerz. Die Vergangenheit ist eben das: vergangen. Und wir sollten nicht in ihr leben, sondern in diesem gegenwärtigen Moment. Aber…

Von Zeit zu Zeit sollten wir uns immer mal wieder „besinnen“ und zurückschauen. Erst recht in einer Gesellschaft, in der alles immer schneller und schneller (und am besten gleichzeitig) passiert. Der Advent ist, wie schon zu Anfang erwähnt, eine Zeit der Besinnlichkeit. Das Ende eines Jahres ist ein guter Moment, um innezuhalten und nachzudenken, was eigentlich so passiert ist. Ich mache das seit ein paar Jahren immer kurz vor Silvester. Ich schreibe auf, was schön war; was echt blöd war und auch alles dazwischen. Es sind keine langen Texte. Das Besinnen muss auch überhaupt nicht lange dauern. Nehmt euch einfach ein paar Minuten Zeit und überlegt, was ihr im vergangenen Jahr erlebt habt. Wie ging es euch am Anfang des Jahres? Wo wart ihr? Und mit wem wart ihr da? Was habt ihr über den Sommer gemacht? An Wochenenden? Geburtstagen? Wie sieht es aus mit Beruf, Schule, Studium? Was hat euch genervt, enttäuscht? Warum habt ihr euch vielleicht geschämt? Was hat euch strahlen lassen? Hattet ihr Schmetterlinge im Bauch? Habt ihr euch gekrümmt vor Lachen? Geweint vor Freude? Oder vor Trauer über einen verlorenen Menschen? Was war anders als gedacht?

Ich finde, es ist sehr wichtig zu überlegen, warum es einem so geht, wie es einem geht. Egal, ob man traurig, wütend, glücklich, beschämt oder zufrieden ist. Wenn man traurig ist, hilft ein Blick zurück vielleicht, um alles ein wenig in Relation zu sehen. Es gab auch glückliche Momente, mit Sicherheit. Nichts ist nur schwarz oder weiß. „Schaue nur zurück, um zu sehen, wie weit du gekommen bist.“ (Fast) nichts war umsonst. Da glaube ich fest dran.

Und, um den Bogen etwas weiter zu spannen: Wir können so unglaublich dankbar sein. Was 2017 in Teilen der Welt so passiert ist, macht Angst. Ich möchte hier jetzt gar nicht anfangen, alles aufzuzählen. Ich möchte einfach nur betonen, dass es uns verdammt gut geht. Und dafür sollten wir dankbar sein – es ist alles andere als selbstverständlich.
Dankbar bin ich auch für Familie und Freunde, die im vergangenen Jahr für mich da waren. Für all die schönen Momente, Unterstützung und „Hinweise“. 😉 Was wären wir ohne unsere liebsten Menschen?

Enttäuscht, traurig, ängstlich … habe ich mich natürlich auch gefühlt. Erwachsenwerden bzw. Erwachsensein ist manchmal nicht so einfach. Als ich klein war, habe ich immer gedacht: „Ach, wenn ich dann so Mitte 20 bin, werde ich’s voll raus haben. Ich werde sowas von erwachsen sein.“ Aber sowas von. Ich habe manchmal überhaupt keinen Plan, wie irgendwas funktioniert und warum ich was wie machen sollte und warum. “It seems to me that the years between eighteen and twenty-eight are the hardest, psychologically. It’s then you realize this is make or break, you no longer have the excuse of youth, and it is time to become an adult – but you are not ready.” (Helen Mirren) Yeah, that is very true. Sometimes I feel anything but ready. Aber das ist okay und auch nur natürlich. Es wäre doch voll langweilig, wenn wir schon immer alles gewusst hätten. Um (die sehr intelligente) Helen Mirren nochmal zu bemühen: „We’re all idiots when we‘re young. We don’t think we are, but we are. So we should be.”

In diesem Sinne: Seid nicht zu hart mit euch selbst; registriert eure Fehler und versucht, sie nicht nochmal zu machen; setzt euch erreichbare Ziele, auf die ihr dann beim nächsten Jahresrückblick sehr stolz sein könnt. Und vergesst nicht, dass es uns allen so geht. No one is alone. We’re all in this together.

Kommt gut ins neue Jahr!

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