Tschacka!

Einen blöden Tag beendet man am besten ganz schnell. Blöder Tag: im Supermarkt ist die Schokocreme ausverkauft; kaum ist die Picknickdecke im Park ausgebreitet, fängt es an, zu regnen; der Kaffee wirkt, wenn überhaupt, Stunden später und macht nicht wach, sondern hibbelig; die Schokokruste vom Eis am Stiel landet nicht im Mund, sondern auf dem Boden oder der Lieblingshose; erst kurz vor dem Grillen (am Sonntag) fällt auf, dass der Grillanzünder alle ist. Läuft. Rückwärts und bergab, aber läuft. Solche Kleinigkeiten beschwören den blöden Tag herauf, auch dann, sollte er vorher fantastisch gewesen sein.

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TSCHACKA! Schluss damit. Wir lassen uns nicht unterkriegen – oder? (Rhetorische Frage, natürlich lassen wir uns nicht unterkriegen.) Bemitleiden können wir uns später (allein, mit einer Packung Eis und der neusten Folge was-auch-immer; das Klischee, es lebt). Wenn es im Supermarkt keine Schokocreme mehr gibt, dann gucken wir eben nach einem Rezept – hausgemacht schmeckt sie sowieso besser. Zu aufwändig? Dann legt doch einfach eure Lieblingsschokolade auf’s Brot.

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Vor einem überraschenden Regenschauer im Park müssen wir nicht flüchten, im Gegenteil, eine kleine Abkühlung tut gut bei der Sommerhitze und zusätzlich spart ihr das Wasser für eine Dusche. Die Umweltschützer von heute duschen nicht kalt, sie warten, bis es regnet. Ha! (Von dem Ablegen sämtlicher Kleidung und dem Einseifen an öffentlichen Plätzen würde ich allerdings abraten. Insofern wäre die Investition in eine Regenwasser-Gartendusche doch äußerst sinnvoll.)

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Die überschüssige Energie durch den Genuss eines fünffachen Espressos hat einen besonderen Vorteil: Sie will raus, egal wie. Und deswegen eignet sie sich hervorragend für eine kritische Inspektion der aktuellen To-Do-Liste. Jetzt solltet ihr Aufgeschobenes und Unangenehmes erledigen. Die Küche und das Bad putzen, zum Beispiel. Oder die von einer dicken Staubschicht überzogenen Joggingschuhe reaktivieren. Oder … den Kühlschrank aufräumen (ihr schafft das).

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Wer erst kurz vor dem Grillen am Sonntag merkt, dass der Grillanzünder alle ist, darf sich endlich den (oder dem) Nachbarn vorstellen. „Hallo, ich bin die aus dem dritten Stock … haben Sie zufällig ein bisschen Grillanzünder übrig?“ Also, bei uns hat es funktioniert. Und die Beziehung zu unserem Nachbarn hat sich dramatisch verbessert.

Nur zu der heruntergefallenen Schokoladenkruste des Eis am Stiels fällt mir nichts ein. Das ist und bleibt einfach ein unheimlicher Verlust. (Waren da Mandelsplitter drin? Mein Beileid.)

Versteht ihr nun, was ich meine? Wenn wir nicht wollen, dann lassen wir uns einen fantastischen Tag nicht verderben. Von (fast) nichts und niemandem.

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Mit ein bisschen Kreativität und positiver Energie werden Stolpersteine zu Abenteuern. (Von denen das Aufräumen eines WG-Kühlschranks das größte ist.) TSCHACKA! Wir sehen uns im Park, beim nächsten Sommerregenschauer. Bis dann!

Grüße ♥ Katinka

P.S.: Alle Fotos von Jaci findet ihr im Portfolio. Ihr wollt sie euch gleich ansehen? Dann einfach hier klicken.