In meinem Kopf. Und dann: Poetry Slam mit Beat (also, eigentlich ist es Rap)

In meinem Kopf herrscht das Gewitter. Regen, Sturm, Hagel, Blitze, Donner, und ich hör‘ nix mehr. Das Leben da draußen zieht weiter, an mir vorbei – ich versuche mich an ihm festzuhalten, aber irgendwie schüttelt es mich ab und ich lande auf den Knien. In meinem Kopf herrscht die Dunkelheit, und ich seh‘ nix mehr. Nicht einmal das Leben von eben, dass schon ein paar Kilometer weiter hinter einer Kurve verschwindet. Zu schnell für mich. In meinem Kopf herrscht das Chaos, und ich fühle: die Wut, die Angst, die Freude, das Glück – und alles auf einmal. Es ist zu viel. Aber noch schlimmer als zu viel zu fühlen ist, nichts zu fühlen. Das schwarze Loch saß direkt bei meinem Herzen und hat alles aufgesaugt, außer das Bisschen Angst, was sich vehement wehrte, gegen sein Verschwinden. Es mochte mich. Ich mochte es auch. Es fühlte sich vertraut an. Meine Angst, ich wollte, dass sie ging, aber wenn sie zurückkehrte wartete ich geduldig, bis sie mich ausgezehrt hatte. In meinem Kopf herrscht das Leben, ich habe es verwechselt mit dem Traum, der eben vor mir floh. Ein Traum, der frei sein wollte, voll erfüllter Wünsche, nach Normalität. Er hat die Welt schon zwei Mal umrundet, trotzdem konnte keiner ihn schnappen. Heute sehe ich ihn manchmal, ganz kurz, ein Schatten in den Augenwinkeln, der mich eine Weile begleitet, wenn ich nicht nach ihm greife. In meinem Kopf herrscht die Liebe und ich weiß nicht, mit ihr umzugehen, aber das macht nichts, denn die Liebe kann man nicht verstehen, nicht begreifen, nur erleben. Sie lässt mich nie wieder allein und ich liebe sie, die Liebe, dafür und für die Wärme und das Leuchten, in meinen Augen und der Welt, dem Leben. In meinem Kopf.

Ich wollte das eigentlich gar nicht schreiben. Ich wollte eigentlich erzählen, wie mich mein (in Anführungsstrichen kleiner) Bruder eingeweiht hat. In seinen Musikgeschmack. Der ist wirklich gut. Hört mal hier. Versprochen? Richtig zuhören – ich hab’s gelernt.