Portrait: Greta Thunberg

Ein neues Jahr beginnt, obwohl ich mit dem alten noch gar nicht richtig abgeschlossen habe, aber so ist das wohl meistens. Die Jungs räumen gerade die WG-Küche auf; draußen nieselt es so vor sich hin; ich sitze auf meinem Bett, neben mir eine Familienpackung Taschentücher und eine große Kanne Tee. Abschied tut weh, vor allem mit Schnupfen und Halsschmerzen. Aber wisst ihr was? Ich bin zufrieden und fast glücklich. Nicht mit der Welt, aber mit mir (und das ist schon was wert). Auch nicht bedingungslos, das wäre mit Sicherheit sowieso zu gefährlich. Beginnen wir dieses Jahr (mein Gefühl sagt mir, dass es ziemlich gut werden wird) alle zusammen. Richtig zusammen. Silvester ist ein schönes Fest, weil wir alle zusammen feiern – die Zeit zwischen den Jahren vereint. Zusammen schafft man viel mehr als allein, das weiß auch Greta Thunberg. Sie ist ein Vorbild, denn sie handelt, wenn sie denkt, dass es notwendig ist. Sie wartet nicht und überlegt, sie macht einfach, und sie versteht nicht, warum die ganze Welt wartet und zusieht, wie ein Problem immer und immer größer wird, bis nichts mehr unternommen werden kann, um es zu lösen. Wir alle könnten ein bisschen mehr so sein, wie Greta.

 

Greta Thunberg wurde 2003 in Schweden geboren, sie ist jetzt 15 Jahre alt und hat diese Rede bereits im vergangenen Jahr auf der UN-Klimaschutzkonferenz in Polen gehalten. Ihr Vater hat sie in einem Elektroauto dorthin gefahren, denn Greta setzt sich in kein Flugzeug mehr. Greta hatte, als sie 11 Jahre als war, eine Depression – sie sprach nicht mehr und aß nichts mehr. Das lag daran, dass sie sich mit dem Klimawandel und seinen Folgen beschäftigt hatte, und einfach nicht verstehen konnte, dass alle davon wussten, aber niemand wirklich handelte. Später wurde bei Greta das Asperger-Syndrom diagnostiziert.

We have not come here to beg world leaders to care… We have come here to let you know that change is coming, whether you like it or not.
Greta Thunberg in ihrer Rede auf der UN-Klimakonferenz 2018