Voll das wilde Leben | Von Ursula, Gerd und Rotweinflecken

So Leute. Ich sitze im Zug auf dem Weg nach Hause und versuche, mich zu entspannen. Leider sitzt, mir direkt gegenüber, das nervigste Paar Rentner, das die Welt je gesehen hat. Ich nenne sie einfach mal Ursula und Gerd. Denn so sehen sie aus, wie Ursula und Gerd. Bestimmt haben sie schon gemerkt, dass ich gerade gemeine Sachen über sie schreibe. Oder zumindest Ursula hat es gemerkt – sie ist ohne Zweifel diese Art von Frau, die einen sofort und durch die Brille mit ihrem Röntgenblick durchschaut. Bloß nicht direkt in die Augen sehen.Weiterlesen »

Von Prioritäten, Bedürfnissen und Verantwortung

Meine Prioritätenliste: Zeit mit Freunden verbringen, studieren (wirklich und wahrhaftig, inklusive langen, komplizierten Vorlesungen und noch längeren, komplizierteren Texten – mehr dazu später), sporteln, essen, fotografieren, noch mehr Zeit mit Freunden verbringen, schlafen, lesen, bloggen. Bloggen. Ganz hinten. Wie konnte das passieren? Tja, es ist passiert. Und ich ärgere mich nicht darüber. Denn Prioritäten verschieben sich – mit unseren Bedürfnissen. Weiterlesen »

Für immer | und wieder #1

Hey Leute 🙂

ständig sitze ich vor meinem Laptop oder einem leeren Blatt Papier und versuche, meine Gedanken für den nächsten Beitrag in eine Form zu bringen – aber es will einfach nicht klappen. Deswegen habe ich ein bisschen in meinen Notizen gekramt und, naja, kein Gedicht, eher eine Folge von Worten gefunden. Die vom Leben erzählt: dem Nicht-anhalten-wollen, dem Drang, vorwärtszukommen. Immer weiter. Obwohl das Ende immer kommt, wir sehen es nur nicht. Weil wir es nicht sehen wollen? Oder weil wir es nicht können? Unsere Gesellschaft lebt linear, als wäre die Unendlichkeit das Ziel. Aber das ist es nicht, es ist ein Wunschtraum, der nicht in Erfüllung geht. Seht ihr, jetzt habe ich ja doch etwas geschrieben. Manchmal muss man einfach anfangen. Weiterlesen »

„One of the most important undertakings of our life“ | Gastbeitrag

Na ihr? Wie geht’s euch? (Mein kleiner Bruder würde jetzt fragen: Alles frisch im Gebüsch? Alles hot im Kompott? Dass ich dies gerade in einen Blogpost schreibe beweist, was für eine blöde Idee es ist, um halb sieben Uhr früh aufzustehen. Ohne Kaffee im Haus. Na dann gute Nacht, Marie.) Da auf dem Blog momentan Stillstand herrscht (momentan!! mit noch mehr Ausrufezeichen!!! bald geht’s wieder regelmäßiger weiter), ein bisschen Abwechslung bekanntlich gut tut und ich sehr kluge Freunde habe, die ebenso viel Spaß am Schreiben haben wie ich, folgt ein Gastbeitrag. Von der wunderbaren Morven. 🙂 Sie beschreibt Situationen, die ich gut kenne, fürchterlich Angst einjagen können aber mit ein paar Tricks zu bewältigen sind. Wie? Weiterlesen! Viel Spaß dabei und bis ganz bald ♥ Katinka


Mein Herz klopft. Schnell und kräftig, die Schläge vibrieren durch meinen Körper. Ich habe ein flaues Gefühl im Bauch. Meine Hände schwitzen und ich spüre, dass mein Kopf, besonders meine Ohren heiß werden. Sämtliche Muskeln scheinen angespannt zu sein.

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Wie ich studiere ohne zu studieren | eine Anleitung (+ Outfit)

Hallo, hallo, HALLO! (Wenn man zu 60 Prozent aus Koffein besteht, sind überschwängliche Begrüßungen erlaubt. Erklärungen folgen später.)

Wie geht es euch?? Genauso gut wie mir? Ich hoffe es! Vor fast drei Wochen bin ich (endlich) richtig in Leipzig, meinem neuen, zweiten Zuhause, angekommen. Und nun teste ich das WG-Leben. Die Kurzfassung: Ich fühle mich pudelwohl und habe (ganz ganz) tolle Mitbewohner. (Mitbewohnende … Ethnologie-Studierende fühlen sich nach spätestens zwei Semestern dazu verpflichtet, alles zu gendern, was nicht bei drei auf dem Baum ist.) Dass 17 Tage seit meinem Einzug vergangen sind, kann ich kaum glauben. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich meinen, eine Zeitmaschine hätte mich am Umzugstag eingesaugt und drei Wochen später hier, am Leipziger Bahnhof, wieder ausgespuckt. Ich bin auf dem Weg nach Hause (also nach Hause Hause … na, ihr wisst schon). Und versuche, die Zeit in Leipzig zu rekapitulieren. Im Zug funktioniert das ganz gut. Es geht immer vorwärts und weiter und weiter und das Zurückgebliebene bleibt genau da, wo es soll.Weiterlesen »

Vom Abschied nehmen und finsteren Tagen | Fotostrecke

Na, auch schon drei Kilo Eis gegessen, den Regen- zum Sonnenschirm umfunktioniert und auf der Suche nach bezahlbaren Mini-Ventilatoren die Hoffnung aufgegeben? Das Wetter ist so prächtig, dass es schon fast wehtut (wortwörtlich: vergesst bloß nicht, euch einzucremen – käsig weiß zu bleiben ist eindeutig weniger schmerzhaft als Sonnenbrand – weiß ich seit gestern). Mit dem Stand der Sonne steigt die Laune aber leider auch die Gefahr, dass mein Kreislauf kollabiert. Und deswegen sitze ich jetzt in meinem abgedunkelten Zimmer und mache Pause. Vom lernen, lesen und studieren. Weiterlesen »

Von Rhabarberkuchen, Zimmerpflanzen und Melancholie (plus Blog-Tipp)

Mal ganz ehrlich (wirklich, wirklich ehrlich): Was möchtet ihr niemals in eurem Leben missen? Ist es die Schokolade mit ganzen Haselnüssen, der Geruch nach Schnee oder die Lieblingshose? Das erste Sommerwochenende, selbstgemachte Erdbeermarmelade oder eure Zimmerpflanze? (Meine habe ich Christopher getauft. Bis jetzt fühlt er sich sehr wohl in seinem, also meinem Zimmer. Mal sehen, wie viele Male ich vergessen kann, ihn zu gießen, bevor er sich ernsthaft beschwert.) Mir ist klar, dass es bedeutendere Dinge gibt als Erdbeermarmelade oder Zimmerpflanzen (entschuldige, Christopher): Familie und Freunde und gutes Essen. Aber wir schulden großartigen kleinen und manchmal auch unangenehmen „Nebensächlichkeiten“ ein Dankeschön. Fünf Dinge, die ich niemals missen möchte …Weiterlesen »

Nicht gut (genug) ?

Ich weiß gar nicht, ob ich schon einen Beitrag zu diesem Thema geschrieben habe. Aber es beschäftigt mich so oft, dass sich auch ein Zweiter lohnen würde. Also los.

In den letzten Wochen wollte ich nicht schreiben. So gar nicht, nicht mal zwei, drei Sätze. Denn ich hatte das Gefühl, nichts sei gut genug. Kein Blog-Beitrag würde meinen und den Vorstellungen der anderen entsprechen, kein Wort würde an der richtigen Stelle stehen und kein Satz könnte jemanden dazu ermutigen, weiterzulesen. Ich wollte nicht schreiben, weil ich dachte, dass ich es nicht kann.Weiterlesen »